Bau des Kraftwerks Mühl
![]() Das ehemalige Sägewerk Angerer |
Das bislang letzte neu errichtete Kraftwerk steht in Mühl am Archbach. Wie schon der Name „Mühl“ ausdrückt, standen hier früher mehrere Mühlen. Das Wasser des Archbachs wurde schon von alters her zum Antrieb von Maschinen verschiedener Art genutzt: In Mühl gab es um 1750 noch zwei Mahlmühlen, zwei Sägemühlen, eine Ölmühle und eine Hammerschmiede. Nur eine dieser Mühlen überdauerte die Jahrhunderte: Eine natürliche, felsige Engstelle bot gute Voraussetzungen dafür. Um die Jahrhundertwende betrieb hier ein Wasserrad eine Getreidemühle. Später wurden Dachplatten erzeugt, und eine Schmiede mit Federhammer wurde betrieben. 1925 erwarb Franz Angerer diese Anlagen samt dem Wasserrecht und errichtete ein Sägewerk. 1943 ersetzte er das Wasserrad durch eine Turbine mit der Absicht, später auch einen Generator zur Stromerzeugung einzubauen. Dieses Vorhaben wurde jedoch nicht ausgeführt. |
1977 verlegte Franz Angerer den Standort des Sägewerkes an den Ortsrand von Breitenwang und ließ die alte Anlage in Mühl auf. Das EWR erwarb dieses Areal samt dem inzwischen erloschenen Wasserrecht in der Absicht, ein Kleinkraftwerk für die Stromerzeugung zu errichten. Die vorhandenen Baulichkeiten waren für die Einbeziehung in das Projekt aber ungeeignet, sodass ein kompletter Neubau notwendig wurde. Planung und Bauleitung oblagen Zivilingenieur Dipl.-Ing. Alfred Brunnsteiner aus Reutte. Das Projekt wurde bei der Wasserrechtsbehörde eingereicht und genehmigt. Nach einer Bauzeit von neun Monaten konnte 1986 das Kraftwerk mit einer Leistung von 750 Kilowatt in Betrieb gehen.
| Da sich die Anlage im verbauten Gebiet befindet und außerdem auf Fels gegründet ist, musste ein besonderes Augenmerk auf die optimale Gestaltung und eine gute Schalldämmung gelegt werden. Beide Forderungen konnten bestens gelöst werden. Die Kraftwerksanlage befindet sich am Unterlauf des Archbachs etwa auf halbem Wege zum Kraftwerk Hüttenmühle. Es ist daher ebenfalls als Unterlieger des Kraftwerks Plansee in der Lage, vorwiegend wertvolle Spitzenenergie zu liefern. Die Wehranlage mit zwei Wehrschützen und Grundablass, der Turbineneinlauf mit Rechen und Einlaufschütze, das Krafthaus mit einem Maschinensatz und der kurze Unterwasserkanal in den Archbach sind die wesentlichen Einrichtungen. An die Kaplanrohrturbine ist über ein Getriebe der Niederspannungs-Drehstromsynchrongenerator gekoppelt. Die erzeugte Energie wird in das örtliche 10.000-Volt Netz abgegeben. |
![]() Das Laufkraftwerk Mühl ging 1987 in Betrieb. |



