Sprunghafter Stromanstieg
![]() Bau der 110.000-Volt-Leitung ins Lechtal 1982 |
In den ersten Jahren nach dem Krieg war der Strombedarf zunächst rückläufig. Der unwahrscheinlich rasante wirtschaftliche Aufschwung in allen Bereichen von Industrie, Gewerbe, Haushalt und Fremdenverkehr, vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren, ließ den Stromverbrauch bald aber sprunghaft ansteigen. Das EWR besaß an Eigenanlagen das Kraftwerk Plansee mit etwa 5500 Kilowatt, das Kraftwerk Hüttenmühle mit 200 Kilowatt sowie die beiden Kleinkraftwerke in Biberwier und Holzgau mit zusammen 110 Kilowatt. Das jährliche Regelarbeitsvermögen betrug rund 25 Millionen Kilowattstunden. Über die 25.000 Volt-Verbundleitung konnte aufgrund der Länge und des Netzausbauzustandes nicht viel Energie von der TIWAG bezogen werden. Schon Ende 1948 führte der ständig steigende Eigenbedarf zu einer Einstellung der Stromlieferungen an das Allgäuer Überlandwerk. Nachdem bis 1950 noch fallweise Strom bezogen wurde, wurde die 50.000-VoltVerbindung zum Allgäuer Überlandwerk in Kempten 1950 endgültig aufgegeben. |
Der 1944 aufgenommene Verbundbetrieb mit der TIWAG wurde fortgesetzt. Für die Abdeckung des Strombedarfes im Versorgungsgebiet des EWR musste in den ersten Nachkriegsjahren Fremdstrom über die 25.000-VoltVerbundleitung von der TIWAG zugekauft werden. Die Leistungsfähigkeit dieser Leitung war sehr begrenzt, aber es kam erst 1956 zur Errichtung einer 110.000-Volt-Leitung über den Fernpass.


