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Elektrizitätswerke Reutte

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Fremde Kraftwerkspläne

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Der Kraftwerksplan des Jahres 1927, der eine Aufstauung des Plansees und Heiterwanger Sees auf eine Höhe von 1013 Metern vorgesehen hatte, wurde durch ein Projekt aus den Jahren 1939/40 noch übertroffen.

Bereits im Jahr 1929 hatten sich die „Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke“ in Essen mit der Gemeinde Reutte wegen ihres Ausbauprojektes in Verbindung gesetzt und Verhandlungen wegen eines Verkaufs des durch die „Zugspitzkrise“ angeschlagenen EWR aufgenommen. Die Gespräche zogen sich ergebnislos bis 1930 hin. Sie wurden aber 1938 unmittelbar nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland wieder aktuell.

Die Betreiber wandten sich schon am 5. April 1938 an die Gemeinde und wollten ihre Pläne in den Zeitungen veröffentlicht wissen. Bürgermeister Emanuel Turri lehnte dies im Hinblick auf die am 10. April 1938 stattfindende Volksabstimmung ab. Er sah in diesem Projekt einen „Sonderfall“, der darin bestehe – so wörtlich –, „dass man an die Herzen der Heiterwanger Bevölkerung“ denken müsse, die ja bei Durchführung dieses Projekts um „ihre Heimat und ihren Grund und Boden“ kommen würde. Er wies darauf hin, dass schon das frühere Projekt aus dem Jahr 1927 in Heiterwang Schrecken hervorgerufen habe.

Das neue Projekt sah sogar einen Aufstau der Seen auf 1030 Meter vor. Es sollten auch noch das Wasser des Schwarzwasser- und Weißenbachs einbezogen werden. Der erste Stausee wäre auf 1600 Meter Seehöhe bei Zug in Vorarlberg entstanden. Von dort war ein 17 Kilometer langer Druckstollen zu einem Kraftwerk bei Steeg auf 1123 Meter Seehöhe geplant. Das nächste Kraftwerk sollte bei Elbigenalp entstehen. Zwischen der Einmündung des Griesbaches bei Griesau oberhalb von Häselgehr und Elbigenalp wollten die Planer einen riesigen Stausee entstehen lassen. Der Stolleneinlauf sollte bei Häselgehr zum Plansee erfolgen.

Dieses Projekt hätte große Chancen auf Verwirklichung gehabt, da die neuen Machthaber auf die Befindlichkeit der Bevölkerung wenig Rücksicht genommen hätten. Aber es gab auch Bedenken geologischer Art. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges machte dieses Projekt gegenstandslos. Diese Pläne, durch die z.B. Heiterwang und andere Orte von der Landkarte verschwunden wären, sind heute nichts mehr als lediglich kleine Fußnoten der Geschichte.