Erwerb des Kraftwerks Holzgau
![]() Idyllisch gelegen, das Kraftwerk Holzgau |
Das kleinste Kraftwerk des EWR liegt am Höhenbach oberhalb von Holzgau. 1921 genehmigte die Bezirkshauptmannschaft Reutte der Gemeinde Holzgau die Errichtung eines kleinen Kraftwerkes am Höhenbach. Mit einem einfachen hölzernen Wehr wurde das Wasser gestaut und über ein offenes Holzgerinne mit einem Gefälle von sieben Metern dem Krafthaus zugeführt. Die Leistung betrug bescheidene 28 PS. Installiert waren eine Francisturbine, gekoppelt mit zwei Gleichstromgeneratoren von 9 bzw. 12 Kilowatt. Die Spannung betrug 120 Volt. Das Krafthaus beherbergte auch eine winzige Wohnung für den Maschinenwärter. Versorgt wurde die Gemeinde Holzgau. Bereits 1928 suchte die Gemeinde neuerlich bei der Bezirkshauptmannschaft Reutte um einen Umbau bzw. eine Erweiterung des Kraftwerkes an, da die Nachfrage nach Strom zunahm und die Anlage im Winter große Probleme durch Vereisung bereitete. |
Der Einlauf wurde etwa 500 Meter bachaufwärts verlegt, durch ein so genanntes Steinkastenwehr ersetzt und das Holzgerinne durch eine Druckrohrleitung aus Stahl. Die nutzbare Fallhöhe konnte so auf etwa 30 Meter angehoben werden. Im Maschinenhaus wurden eine neue Peltonturbine mit 50 PS Leistung und ein Generator mit 40 Kilo-Volt-Ampere und 220/380 Volt aufgestellt. Die Versorgung war denkbar schlecht. Das Ortsnetz selbst war in schlechtem Zustand, da kein Fachmann vorhanden war und ein solcher auch nicht hätte bezahlt werden können.
| Als im Jahr 1940 der Anschluss an das Versorgungsnetz des EWR möglich gewesen wäre, lehnte mit Ausnahme des Bürgermeisters die gesamte Bevölkerung den Verkauf des Ortsnetzes ab, worauf das EWR dem Bürgermeister den Anschluss verweigerte. Der Bürgermeister wandte sich hierauf an das Landratsamt, um Druck auf das EWR auszuüben. 1943 konnte das EWR die Übernahme des Ortsnetzes nicht mehr verweigern. Vom Amt der Landesregierung wurden die Werte des Ortsnetzes und des kleinen Kraftwerkes geschätzt und so der Verkauf an das EWR vollzogen. Nach Kriegsende strebte die Gemeinde Holzgau die Rückgabe des Werkes und des Ortsnetzes an, verlor aber die Prozesse, da nachgewiesen werden konnte, dass das EWR den Willen der Bevölkerung ohnehin respektieren wollte. Der Bürgermeister war aber infolge der Versorgungslage tatsächlich verpflichtet gewesen, Abhilfe in Form des Verkaufes zu schaffen. Erst am 16. September 1954 ging das Elektrizitätswerk endgültig in den Besitz des EWR über, nachdem sich das EWR zur kostenlosen Straßenbeleuchtung für zehn Jahre verpflichtet hatte. |
![]() Seit 70 Jahren steht die Peltonturbine im Dienst |
Die Leistung beträgt auch heute noch 36 Kilowatt und wird in das örtliche Netz abgegeben.



