Erwerb des Kraftwerks Biberwier
Neben dem traditionellen Standort „Hüttenmühle“ kann das EWR noch einen weiteren historischen Industriestandort sein Eigen nennen. Im Gemeindegebiet von Biberwier lag einst der größte Bergbaubetrieb des Außerferns. Schon bevor 1511 die „Gewerkschaft Silberleithen“ die Schürfrechte erhielt, wurde in den Mieminger Bergen nach Galmei-, Blei- und Zinkerzen geschürft. Die Gewerkschaft betrieb diesen bedeutenden Tiroler Bergbau bis 1921. Die zurückgehende Fündigkeit und die damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Probleme führten zur Stilllegung des Betriebes.
Die Verhüttung der Erze, die vornehmlich im Untertagebau über Stollen aus dem Schachtkopfgebiet gefördert wurden, fand in der so genannten „Schmölz“ in Biberwier statt. Für den Antrieb der Maschinen wurde seit Jahrhunderten das Wasser des Feuerbaches genutzt.
Als der 1887 vorgetriebene „MaxBraunStollen“ wenig Erz, aber dafür viel Wasser zutage brachte, beschloss die Gewerkschaft, dieses zu nutzen und bei den Aufbereitungsanlagen ein Kraftwerk für die Stromerzeugung zu errichten. 1903 genehmigte die Bezirkshauptmannschaft das eingereichte Projekt und das Werk wurde gebaut. Das ausnutzbare Gefälle von etwa 220 Metern brachte schon damals eine Leistung von 80 Kilowatt und gestattete einen rationelleren und vor allem verlässlicheren Betrieb der Bergwerksanlagen.
Die Verhüttung der Erze, die vornehmlich im Untertagebau über Stollen aus dem Schachtkopfgebiet gefördert wurden, fand in der so genannten „Schmölz“ in Biberwier statt. Für den Antrieb der Maschinen wurde seit Jahrhunderten das Wasser des Feuerbaches genutzt.
Als der 1887 vorgetriebene „MaxBraunStollen“ wenig Erz, aber dafür viel Wasser zutage brachte, beschloss die Gewerkschaft, dieses zu nutzen und bei den Aufbereitungsanlagen ein Kraftwerk für die Stromerzeugung zu errichten. 1903 genehmigte die Bezirkshauptmannschaft das eingereichte Projekt und das Werk wurde gebaut. Das ausnutzbare Gefälle von etwa 220 Metern brachte schon damals eine Leistung von 80 Kilowatt und gestattete einen rationelleren und vor allem verlässlicheren Betrieb der Bergwerksanlagen.
![]() Das Kraftwerk Biberwier vor 1956 |
Nachdem der Abbau 1921 endgültig eingestellt worden war, ging auch das Kraftwerk zunächst in andere Hände über und konnte schließlich im Juni 1940 von der Marktgemeinde Reutte mit den anderen Baulichkeiten der „Schmölz“ samt Grundstücken erworben werden. Das Kraftwerk versorgte vorher lange Jahre die Orte Biberwier, Lermoos und Ehrwald und speist seit 1940 in das öffentliche Netz. Mit dem Erwerb des Kraftwerks Biberwier wurde 1940 auch eine Betriebsstelle eröffnet. Die ursprünglichen maschinellen und elektrischen Anlagen sind nicht mehr vorhanden. Sie wurden 1921 bzw. 1934 durch neue ersetzt. 1956 wurde das Krafthaus aufgestockt und im Obergeschoss die 25.000-Volt-Schaltanlage des Umspannwerks Biberwier eingebaut. Die Wasserfassung erfolgt nach wie vor im MaxBraun-Stollen, der inzwischen nicht mehr zugänglich ist. Unmittelbar beim Stollenausgang befindet sich ein betoniertes Wasserreservoir mit 740 Kubikmetern Inhalt. Über eine im Boden verlegte Gussrohrleitung von 20 Zentimetern Durchmesser wird das Triebwasser mit einem Gefälle von 220 Metern dem Kraftwerk im Tal zugeführt. Das abgearbeitete Wasser wird wieder unmittelbar dem Feuerbach zugeleitet. Installiert ist eine kleine, mit einem Drehstromsynchrongenerator gekoppelte, Peltonturbine. |


