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Elektrizitätswerke Reutte

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Pläne zur Behebung des spürbaren Strommangels

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Der Strombedarf der Rüstungsbetriebe – das Metallwerk Plansee und Betriebe im Raum Pfronten – aber auch die Übernahme neuer Stromversorgungsgebiete, nämlich Lermoos, Biberwier, Lähn, Bichlbach und Forchach, brachten einen erhöhten Bedarf an Strom. Dieser „empfindlichen Strommangellage“ versuchte man, durch mehrere Maßnahmen Herr zu werden.

Ein Umbau der drei alten Turbinen, der eine Mehrleistung von 300 Kilowatt gebracht hätte, war von zuständiger Stelle abgelehnt worden. Im Gegenzug dazu konnte durch eine Erhöhung des Wasserspiegels beim Einlauf in den Stollen die Leistung von 5000 auf 5300 kW gesteigert werden.


Bürgermeister
Lothar Kelz (1939–1945)


Eine Lösung erblickte man in der Suche nach anderen Stromlieferanten. Das Allgäuer Überlandwerk hatte wegen Ölmangel seine Dieselanlage stillgelegt und war nicht in der Lage, auch nur „bescheidensten Strom“ abzugeben, da es selbst unter Strommangel litt.

Es gab zunächst die Bestrebung, eine 50.000-Volt-Leitung von der TIWAG über den Fernpass zu legen; als Anschlussstelle war Ötz vorgesehen. Vorarbeiten wurden schon 1942 in Angriff genommen: Die Trasse über den Marienberg wurde festgelegt und vermessen. Dieses Projekt fand die Unterstützung des Gauleiters Hofer. Bürgermeister Kelz fürchtete aber die Gefahr, in die „Interessensphäre der TIWAG gerückt“ zu werden, da sich diese Landesgesellschaft schon mehrmals erfolgreich bei der Übernahme kleinerer Werke betätigt hatte.

Eine geringe Entlastung des Plansee-Kraftwerks erfolgte, als ganz Ehrwald an das neu erworbene Kraftwerk Biberwier angeschlossen wurde. Das ebenfalls erworbene kleine Bichlbacher Kraftwerk lieferte nur unbedeutend Winterstrom. Eine größere Fremdstrommenge, ca. 40.000 Kilowattstunden, konnte das EWR von der „Kleinmünchner Baumwollspinnerei und -weberei“ in Reutte erhalten, eine kleinere Fremdstrommenge von den Hanfwerken in Füssen.

Um den Eigenstrom zu stärken, fasste Bürgermeister Kelz den Ausbau der Gefällstufe Hüttenmühle ins Auge. Bereits 1939 war dazu ein Projekt erstellt worden. Dieses war zwar genehmigt, aber mit Rücksicht auf das große Lech-Plansee-Projekt immer wieder zurückgestellt worden. 1943 glaubte man, dass dem Ausbau keine größeren Schwierigkeiten entgegenstünden. Die größte Schwierigkeit, nämlich die Beschaffung eines Aggregates, war überwunden: Das EWR konnte eine Turbinenanlage der Fa. Voith, die für die Türkei bestimmt war, mit Zustimmung des Reichsarbeitsministeriums ankaufen. Der Ausbau des Werkes sollte mit 356 PS und einer Bausumme von 100.000 Reichsmark erfolgen. Der geplante Baubeginn im Frühjahr 1943 und die Inbetriebnahme im Herbst desselben Jahres blieben jedoch Wunschträume. Zwar konnte noch gegen Kriegsende mit Bauarbeiten, zu denen auch serbische Kriegsgefangene herangezogen wurden, begonnen werden. Erst nach Kriegsende wurde die Anlage fertig gestellt.