Skip to content.

Elektrizitätswerke Reutte

Sections
You are here: Home » Geschichte » 1918–1938 » Erwerb der Hüttenmühle

Erwerb der Hüttenmühle

Document Actions
Die Hüttenmühle kündet wie kaum ein anderer Standort des EWR – nur noch vergleichbar mit Biberwier – von der Verbindung von Tradition und Fortschritt. Die „Hütte“ erinnert an ein traditionsreiches, schon 1509 von Augsburger Patriziern gegründetes Messingwerk, wo in grauer Vorzeit schon Eisenschmieden bestanden. Die „Mühle“ zeigt, dass nach dem Ende des Messingwerks hier eine Sägemühle bestand. 1919 kaufte der Unternehmer und Eigentümer der Zementwerke in Vils, Georg Schretter, die Hüttenmühle, staute den Archbach oberhalb des Wasserfalles, erneuerte das Werk, baute anstelle der Wasserräder zwei Wasserturbinen ein und betrieb damit eine Holzschleiferei und Pappfabrik.

Am 23. August 1930 erwarb die Gemeinde Reutte um 270.000 Schilling dieses Areal samt Wasserrechten. Das EWR beabsichtigte, unter Ausnutzung der vorhandenen Wasserkraftanlagen einen Generator mit 630 Kilo-Volt-Ampere einzubauen und so ein weiteres Kraftwerk für die Stromerzeugung zu gewinnen. Die unterhalb des Kraftwerks Plansee liegende Hüttenmühle bot dafür günstige Voraussetzungen.

Die Gemeinde Reutte hatte bereits am 22. April 1930 bei der Bezirkshauptmannschaft den Antrag eingebracht, diesen Betrieb in eine elektrische Anlage ausbauen zu dürfen. Vorgesehen war in weiterer Folge die Erhöhung der Staustufe um einen Meter. Jedoch bereits im Juni 1931 musste die Gemeinde die Bezirkshauptmannschaft um Verlängerung der Frist bitten. Als Begründung wurde der Rückgang des Energieverbrauchs beim Metallwerk Plansee und die Drosselung des Stromexports in das Deutsche Reich angegeben. Auch die fehlenden Mittel auf Grund der Belastungen durch die Zugspitzbahn waren maßgeblich, weshalb der Plan aufgeschoben wurde.