Das Elektrizitätswerk als Opfer der Zugspitzkrise
Zu einer Zeit, als eigentlich alle Probleme weitgehend als gelöst betrachtet werden konnten, tauchte ein fast unlösbares für das EWR auf. Zunächst sah es aber so aus, als würde ein weiteres lukratives Geschäft auf das EWR zukommen, zumal das EWR immer auf der Suche nach großen Stromabnehmern war.
Auf Initiative von Dr. Hermann Stern war die Zugspitzbahn erbaut worden, die am 5. Juli 1926 eröffnet worden war. Von der österreichischen Bundesregierung kamen dazu Vizekanzler und Verkehrsminister, Tirol war mit dem Landeshauptmann vertreten, die Regierungen von Bayern, Sachsen, Württemberg und Preußen hatten hochrangige Vertreter entsandt. Bereits am 14. Juni 1926 hatte Bundespräsident Michael Hainisch durch seinen Besuch diese Pioniertat gewürdigt. Allein aus dieser illustren Liste lässt sich ablesen, welche besondere Bedeutung diesem Werk beigemessen wurde, war die Bahn damals doch die höchste Seilbahn Europas.
Dr. Stern war ein gefeierter Mann, der selbst bei Ministern aus- und eingehen konnte. Umso tiefer wurde sein Fall. Auch in Reutte wird sein Name in aller Regel nur mit dem Bau der Zugspitzbahn und nicht mit seinen Verdiensten als Wirtschaftspionier um die Ansiedlung des Metallwerks oder den Ausbau des EWR in Verbindung gebracht. Während des Baues der Zugspitzbahn hatte der Berliner Hauptfinancier im Zuge der Inflation sein Vermögen verloren. Um das Projekt zu retten, hatte Dr. Stern gemeinsam mit Bürgermeister Franz Schretter durch das EWR beträchtliche Bürgschaften und finanzielle Verpflichtungen ohne Zustimmung des Gemeinderates für die Zugspitzbahn übernommen, was sich als folgenschwere Fehlentscheidung herausstellen sollte.
Auf Initiative von Dr. Hermann Stern war die Zugspitzbahn erbaut worden, die am 5. Juli 1926 eröffnet worden war. Von der österreichischen Bundesregierung kamen dazu Vizekanzler und Verkehrsminister, Tirol war mit dem Landeshauptmann vertreten, die Regierungen von Bayern, Sachsen, Württemberg und Preußen hatten hochrangige Vertreter entsandt. Bereits am 14. Juni 1926 hatte Bundespräsident Michael Hainisch durch seinen Besuch diese Pioniertat gewürdigt. Allein aus dieser illustren Liste lässt sich ablesen, welche besondere Bedeutung diesem Werk beigemessen wurde, war die Bahn damals doch die höchste Seilbahn Europas.
Dr. Stern war ein gefeierter Mann, der selbst bei Ministern aus- und eingehen konnte. Umso tiefer wurde sein Fall. Auch in Reutte wird sein Name in aller Regel nur mit dem Bau der Zugspitzbahn und nicht mit seinen Verdiensten als Wirtschaftspionier um die Ansiedlung des Metallwerks oder den Ausbau des EWR in Verbindung gebracht. Während des Baues der Zugspitzbahn hatte der Berliner Hauptfinancier im Zuge der Inflation sein Vermögen verloren. Um das Projekt zu retten, hatte Dr. Stern gemeinsam mit Bürgermeister Franz Schretter durch das EWR beträchtliche Bürgschaften und finanzielle Verpflichtungen ohne Zustimmung des Gemeinderates für die Zugspitzbahn übernommen, was sich als folgenschwere Fehlentscheidung herausstellen sollte.
![]() Dr. Hermann Stern (rechts) begrüßt am 14. Juni 1926 Bundespräsident Dr. Michael Hainisch. |
Bei einem normalen wirtschaftlichen und politischen Verlauf hätte die Zugspitzbahn wahrscheinlich diese Mittel erwirtschaften können. Mehrere Faktoren machten dies jedoch unmöglich. Die ursprünglich veranschlagte Bausumme wurde weit überschritten. 1930 eröffnete die Bayrische Zugspitzbahn ein Konkurrenzunternehmen. Den „Todesstoß“ gab dem Unternehmen schließlich die von Hitler 1933 über Österreich verhängte 1000-Mark-Sperre, die den deutschen Fremdenverkehr über Nacht ausbleiben ließ. Es stellte sich daher bald heraus, dass die Zugspitzbahn diese Verpflichtungen nicht erfüllen konnte und das EWR und in weiterer Folge die Marktgemeinde Reutte zur Zahlung herangezogen würden. Die für die Zugspitzbahn eingegangenen Verpflichtungen nahmen dem EWR jeden weiteren Spielraum für Investitionen. Schließlich musste die Zugspitzbahn 1936 an den bayerischen Konkurrenten verkauft werden. Dr. Stern wurde ab 1938 als angeblicher Jude denunziert und verfolgt, verbrachte lange Zeit im Gefängnis, erblindete dort, erhielt nach seiner Freilassung Gauverweis und versuchte ab 1945 seine Rehabilitierung. Er starb 1952 in Innsbruck. |


