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Elektrizitätswerke Reutte

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Neue Stromanschlüsse

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Das Kraftwerk Plansee von 1906 bis 1918 mit drei Maschinensätzen und der Schalttafel im Hintergrund

Als letzter Reuttener Ortsteil wurde 1923 die Klause angeschlossen. 1919 kam Höfen und 1920 kamen Wängle, Ehenbichl und Weißenbach ans Netz des EWR. 1924 endete die Stromleitung noch in Weißenbach und es wurde deren Erweiterung nach Stanzach, Vorderhornbach, Martinau und Elmen vorbereitet. 1925/26 wurde eine 8000-Volt-Leitung ins Zwischentoren nach Ehrwald errichtet, um die Zugspitzbahn mit Strom zu versorgen. Im Zuge dieser Leitung konnten sich 1927 Heiterwang und Bichlbach, die bis dahin nur notdürftig von eigenen kleinen Kraft­werken versorgt wurden, ans Stromnetz anbinden.
 
Die Gemeinde Ehrwald wurde bis 1927 vom Kraftwerk Silberleithen in Biberwier versorgt. 1927 wurde ein Teil der Gemeinde ans EWR angeschlossen, aber erst 1935 wurde das gesamte Ehrwalder Ortsnetz übernommen. Von 1936 bis 1939 war ein Monteur in Ehrwald angestellt, bis diese Stelle 1940 der neuen Betriebsstelle Biberwier angegliedert wurde.




1918 bis 1920 erfolgten Stromlieferungsverträge mit den Gemeinden Pfronten, Schwangau, Rieden, Weißensee, Erkenbollingen und Hopfen. Damit war der Großteil des bayerischen Versorgungsgebietes im Landkreis Füssen erschlossen. Ab 1919 wurden die beiden Genossenschaften Seeg und Buching-Trauchgau beliefert. Die 8000-Volt-Leitung von Füssen nach Pfronten ging in Betrieb.

Allerdings verlor das EWR infolge der Zugspitzkrise 1929 Nesselwang und 1933 Roßhaupten als Stromabnehmer, die fortan vom Allgäuer Überlandwerk in Kempten mit Energie beliefert wurden. 1936 wurde aus politischen Gründen die Kaserne in Füssen dem Allgäuer Überlandwerk angeschlossen, um in militärischen Angelegenheiten nicht von einer Stromlieferung aus dem Ausland abhängig zu sein. Trotzdem stieg der Strombedarf im bayerischen Gebiet, sodass 1937 eine dritte 8000-Volt-Leitung über Pinswang bis zum Weißhaus errichtet werden musste. Diese neue Freileitung wurde 1938 mittels Erdkabel verlängert und in die Trafostation „Faulenbach“ eingebunden.

1936 verlor das EWR auch das Metallwerk Plansee als Stromkunden, das fortan vom Allgäuer Überlandwerk versorgt wurde. Jedoch gewann das EWR das Metallwerk im Jahr 1942 wieder zurück.




Die 1908/09 erbaute Regulierschleuse, in Fließrichtung:
Sie befand sich rund 250 Meter vor der heutigen Seesperre.


Wurde der Stromtarif ursprünglich nur nach der Nutzung der installierten Räume oder Maschinen pau-schal berechnet, so sahen ab 1921 die Bedingungen wahlweise auch den Einbau von Stromzählern vor. Der Pauschaltarif war in sechs Kategorien – z. B. Fremdenzimmer, Wohnräume, Gasthäuser usw. – und drei Beleuchtungsstärken (16, 32 und 50 „Kerzen“) eingeteilt. Der billigstmögliche Anschluss pro Raum (z.B. Dachboden, 16 Kerzen) betrug 16 Kronen pro Jahr, der teuerste (Lampen, welche Tag und Nacht brennen, 50 Kerzen) 240 Kronen pro Jahr. Bei Maschinen wurde der Pauschaltarif nach „pro PS und Jahr“ und nach der Betriebsdauer berechnet. Die Tarife schwankten von 670 bis 1000 Kronen pro PS und Jahr.