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Elektrizitätswerke Reutte

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Vorverhandlungen zur Stromabnahme

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Bereits vor dem Bau wollten die Verantwortlichen die Gewissheit, dass der erzeugte Strom auch von jemandem abgenommen würde. Die Vorverhandlungen dazu führte die Firma Siemens-Schuckert durch Mitarbeiter ihrer Augsburger Niederlassung, doch die Ergebnisse waren keineswegs ermutigend.

Am 16. Jänner 1901 teilte Siemens-Schuckert der Gemeinde Reutte mit, dass durch ihre Augsburger Filiale Verhandlungen mit der Stadt Füssen aufgenommen worden seien. Füssen würde ungefähr 200 bis 300 PS benötigen, was dem EWR jährlich 20.000 bis 30.000 Mark einbringen würde. Siemens-Schuckert war sich zu dieser Zeit auch sicher, dass die in Planung befindliche Bahnlinie Pfronten-Reutte (eröffnet 1905) ebenfalls mit Strom aus Reutte betrieben würde. Weiters glaubte sie, dass die bestehende Bahnlinie Pfronten-Kempten auf Reuttener Strom umgestellt würde. Siemens-Schuckert verhandelte deswegen mit der „Generaldirektion der bayrischen Staatsbahnen“ und sprach beim Eisenbahnministerium in Wien vor.

Siemens-Schuckert legte der „Königlich Bayrischen Stadt Füssen“ umfangreiche Berechnungen und Kostenvoranschläge vor und gab am 8. Februar 1901 der Gemeinde Reutte neue Details zur Füssener Stromversorgung bekannt: Die Stadt Füssen würde 40 Glühlampen und 10 Bogenlampen für die Straßenbeleuchtung benötigen. Der private Gebrauch wurde auf 1500 Glühlampen und 10 Bogenlampen geschätzt.

Jedoch traf am 11. April 1901 eine klare Absage der Stadt Füssen bei der Gemeinde Reutte ein. Als Hauptgrund nannte Füssen, dass dieses Projekt der Stadt nie die Möglichkeit bieten würde, die erforderlichen Wasserkräfte im Eigentum zu erwerben. Unabhängig davon lief aber in Füssen eine Ausschreibung zum Bau der Straßenbeleuchtung.

Siemens-Schuckert verhandelte jedoch mit Füssen, Nesselwang, Pfronten und Schwangau und dem Schloss Hohenschwangau weiter. Am 4. Februar 1902 lehnte die Stadt Füssen abermals gegenüber Siemens-Schuckert einen Strombezug aus Reutte für die Straßenbeleuchtung ab; Begründung: „Die zur Zeit bestehende Petroleumbeleuchtung entspricht den hiesigen Bedürfnissen vollständig.“ Füssen wandte weiters ein, dass Glühlampen nicht den notwendigen Lichteffekt abgeben würden wie die derzeit in Gebrauch stehenden Petroleumlampen und es derzeit überhaupt vordringlichere und unaufschiebbare Projekte in Füssen gebe.